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  Wassertemperatur der Aare
   2.9.2010 | 23:40 Uhr
15.4º CDie Wassertemperatur sinkt
                                
Das Bundeshaus einmal marzili - immer marzili Die Aare aus der Luft Der Ausstieg im Marzili

Jahreswerte
 21.6º C16.7.201015:40  
 2.7º C16.2.20109:20  
 
Aarehistory 
03.09.200700.10 Uhr14.1 º C
03.09.200500.10 Uhr15.5 º C
03.09.200400.40 Uhr16.5 º C
03.09.200300.40 Uhr15.8 º C
03.09.200200.55 Uhr14.9 º C
 
Aareschwumm Index[mehr]
   62  
Badebedingungen: Erträglich
 
Ds'Marzili Wätter[mehr]
VormittagNachmittagAbend
14º C21º C18º C
 
D'Bärner Luft[mehr]
Luft 16.3 º C
Ozon3.9 µg/m3
RegenNein
 
Abfluss/Pegel[mehr]
Abflussmenge197.86 m3/s
Pegel502.63 m.ü.M
 
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Marzili damals
Badekultur, ein Text von Peter Gygax (7617 mal gelesen)
Zwar nicht das Marzili oder die anderen städtischen Badeanstalten, wohl aber Bäder schlechthin gibt es, seit es Menschen gibt. Die Geschichte der Badekultur läuft parallel zu derjenigen der Menschheit. Sie war und ist Abbild der jeweiligen Beziehung einer Gesellschaft zu Sauberkeit und Ordnung, zu Körper und Sinnlichkeit, zu Arbeit und Müssiggang. Das älteste bekannte Bad befindet sich in der Ruinenstadt Moh'endscho Daro, am Unter lauf des Indus. Es stammt aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Von diesem Bad und von ägyptischen Bädern, die uns aus Schriften und Abbildungen überliefert sind, nimmt man an, dass sie kultischen Handlungen und Reinheitsritualen dienten. Im antiken Griechenland bildete sich eine Form des Badens heraus, die nicht mehr rein kultisch bestimmt war, sondern primär der Entspannung diente. Die Griechen kannten eine Art von Schwitzbad, das mit kalten und warmen Duschen ergänzt wurde. Diese Form wurde von den Rörnern übernommen und perfektioniert. Ihre Thermen, oft über Aquädukte gespiesen und mit Hypokausten beheizt, fielen unter anderem die Wälder des Apennin zum Opfer. Die Herrschenden bauten sie für die Burger und hofften, damit ihre Beliebtheit zu steigern. Die Cracalla-Thermen des Kaisers Marc Aurel sollen über eine Wasserfläche von 2000 m' verfügt haben und konnten gleichzeitig 1600 Badende aufnehmen. Die Römer vergnügten sich hier und anderswo gerne im Wasser; um 330 v. Chr. verfügte die Stadt Rom über 15 Thermen und 856 Volksbäder! Von (ost-)römischen Vorbildern abgewandelt und durch Massageraume ergänzt, entwickelte sich im 8. Jahrhundert das islamische Bad. Wahrend bei den Rörnern mindestens bis zum Verbot des Kaisers Hadrian im 2. Jahrhundert - Frauen und Männer gemeinsam badeten, beachteten die Mohammedaner eine strikte  Geschlechtertrennung. Die Bäder wurden als reichverzierte Kuppelbauten konzipiert und in die Wohnquartiere integriert. Das russische Bad als Urtyp der finnischen Sauna war, verglichen mit den hochentwickelten Bauten des Nahen Ostens, von geradezu archaischem Zuschnitt. Bei uns wurde in frühchristlicher Zeit praktisch nicht gebadet. Es war den zurückkehrenden Kreuzrittern vorbehalten, unsere diesbezügliche Szene zu beleben. Die Badekultur, die im Mittelalter in unseren Breiten entstand, war sowohl vom römischen als auch vom russischen Typus beeinflusst. Das Dampfbad wurde in Form von Schwitzstuben gebaut, das Baden in heissem Wasser fand meist in hölzernen Zubern statt. Die damaligen Bäder müssen eigentliche Begegnungszentren gewesen sein. Unsere Vorfahren waren, wie Abbildungen von damals zeigen, in Sachen Körperlichkeit und Sinnlichkeit recht unbefangen. Im 16. Jahrhundert begann für die bis dahin blühenden Badestuben eine schwere Zeit. Die Auswirkungen von Reformation und Gegenreformation, aber auch eingeschleuste Seuchen führten dazu, dass Baden und Nacktheit zur Sünde erklärt und damit verboten wurde. Einzig die Kur- und Heilbader überstanden diese schwierige Zeit unbeschadet. Bereits das 18. Jahrhundert brachte einen neuerlichen Umschwung. Beeinflusst von der aktuellen Zeitströmung - zurück zur Natur, Rousseau -, entdeckte man das Sonnenbaden und Schwimmen als Mittel zur körperlichen Ertüchtigung. Diese Bewegung wurde im folgenden Jahrhundert durch neue medizinische Erkenntnisse verstärkt und löste eine eigentliche Welle körperlicher Ertüchtigung aus. Dieser Fitnessboom orientierte sich stark an antiken Vorbildern. Auch Bern hatte damals seinen Turnund Badeguru. Was er in bezug auf das Baden bewirkt hat, ist unter Akademische Badeanstalt nachzulesen.
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