| Dampfzentrale - Dieser eindrückliche Backsteinbau, an der Marzilistrasse 47 gelegen, ist ein weit über Bern hinaus beachteter wertvoller Zeuge früherer Industriearchitektur. Als sie von E. Joos gebaut wurde, stand in der Südspitze der Insel noch die alte Gipsreibe. Das ehemalige Kraftwerk besteht aus einem zur Aare orientierten walmdachbedeckten Haupttrakt, an dessen Südkopf sich die Administration befand, und einem daraus abgeschleppten Pultdachteil, der die Maschinenhalle enthielt. Die Dampfzentrale wurde praktisch in allen bisherigen Badprojekten als lästiger Fremdkörper empfunden und deshalb ausgegrenzt.
Sie wurde 1904 als thermisches Kraftwerk erstellt. Vorerst mit zwei, ab 1907 mit drei kohlenbefeuerten Dampfturbinen, Leistung je 1000 kW, wurde damals rund die Hälfte des städtischen Strombedarfes abgedeckt. 1923 erfuhr die Anlage eine Erneuerung, sie wurde auf Dieselbetrieb umgerüstet. Der markante, 55m hohe Kamin bestand bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, er wurde 1940 gesprengt.
| | Um 1960 gab es Leute, die allen Ernstes vorschlugen, den ganzen Gebäudekomplex abzureissen, um die Liegeflächen des Bades zu vergrössern... Ein paar erdgeschossige Räume der Dampfzentrale werden von der Sanitätspolizei genutzt. Sie lagert hier ihr Rettungsmaterial und die Boote für die Flussaufsicht.
Die übrigen Raume, sie sind teilweise von eindrücklichen Abmessungen, dienen seit ein paar Jahren dem Betrieb eines Kulturzentrums. Eine Interessengemeinschaft verschiedener kulturell engagierter Gruppen und Vereine organisiert hier Konzerte, Theater, Ballett- und Tanzveranstaltungen, Performances, Ausstellungen... und Feste. Diese Nutzung müsste eigentlich Berührungspunkte zum Bad und damit Integrationsmöglichkeiten zulassen. Damit wäre dann einjahrhundertealter Traum der Bernerlnnen Wirklichkeit: das ganze Inseli als Einheit in öffentlichem Besitz und dem Baden gewidmet. Dieser Zustand wäre die Krönung einer Entwicklung, an der Generationen gearbeitet haben.
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